
Pompeji Ausgrabungen
Die archäologische Stätte von Pompeji zählt zu den vollständigsten Zeugnissen des römischen Alltagslebens, die man heute besichtigen kann. Im Jahr 79 n. Chr. wurden nach dem Ausbruch des Vesuvs die Städte Pompeji, Herculaneum, Stabiae und Oplontis zerstört und unter Asche und Lapilli begraben, wodurch Straßen, Wohnhäuser und Menschen genau im Moment der Katastrophe eingefroren wurden.
Die Entdeckung und die ersten Ausgrabungen
Bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts kamen die ersten archäologischen Funde der antiken Stadt zutage, die unter mehreren Metern vulkanischen Materials nahezu unversehrt geblieben war. Systematische Ausgrabungen begannen jedoch erst 1748, auf Anordnung von Karl III. von Bourbon, dem damaligen König von Neapel. Von diesem Zeitpunkt an ermöglichten die Bergungsarbeiten einen detaillierten Einblick in Sitten, Gebräuche, Essgewohnheiten und Kunst des Lebens vor über zweitausend Jahren, mit einer Detailtiefe, die für eine Fundstätte dieses Alters ihresgleichen sucht.
In den folgenden Jahrhunderten wurden die Ausgrabungen, wenn auch mit mehreren Unterbrechungen, fortgesetzt und erweiterten schrittweise das zugängliche Gelände auf die heute über sechzig Hektar, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.
Wo die Fundstücke aufbewahrt werden
Zu den geborgenen Funden zählen neben einfachen Gegenständen des täglichen Gebrauchs auch Fresken, Mosaike und Statuen, die heute vor allem im Archäologischen Nationalmuseum von Neapel aufbewahrt werden. Ein kleinerer Teil bleibt im Antiquarium von Pompeji ausgestellt, das mit einer neuen Dauerausstellung wiedereröffnet wurde.
Ab 2026 beherbergt die Palestra Grande zudem eine feste Ausstellung mit den Gipsabdrücken der Eruptionsopfer, mit über zwanzig ausgewählten, besonders gut erhaltenen Abdrücken, eine Ergänzung, die jene Momente noch unmittelbarer erlebbar macht.
UNESCO Weltkulturerbe
Seit 1997 gehört Pompeji zusammen mit Herculaneum und Oplontis zur Liste des UNESCO Weltkulturerbes, eine Anerkennung, die den universellen Wert der Stätte als einzigartiges Zeugnis einer verschütteten und später fast unversehrt wiedergefundenen Zivilisation bestätigt.
Eine der meistbesuchten Stätten Italiens
Die archäologische Stätte von Pompeji empfängt heute über vier Millionen Besucher im Jahr. Damit liegt sie auf Platz drei der meistbesuchten Museumsstätten Italiens, nach dem Archäologischen Park des Kolosseums und den Uffizien. Ein solcher Besucherandrang bringt in Stoßzeiten vorhersehbare Warteschlangen mit sich: das Ticket online zu buchen bleibt der einfachste Weg, um sie zu vermeiden und mehr Zeit für die eigentliche Besichtigung zu gewinnen.
